07 September 2016

{Rezension} Das Haus am Abgrund (Lesetipp!)


Das Haus am Abgrund

Susanne Gerdom
Mystery, Liebe Spannung
Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: bloomoon (5. Februar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3760786667
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre




Heathcote Manor.
So nennt man das abrissreife Anwesen, das den unheilbar kranken Adrian, seit seinem Einzug ins Nachbarhaus, vollkommen fasziniert.
Eigentlich soll er hier entspannen, seine Seele baumeln lassen und einfach nur Ruhe finden.
Aber das ist schier unmöglich, wenn man bedenkt, dass er tagtäglich von seinen körpergewordenen Halluzinationen belästigt wird. Dazu kommt, dass Adrian zwei Väter hat und die Dorfbewohner von dieser Konstellation nicht sehr angetan sind.

Das macht es nicht einfach, als er der Geschichte, um das verfallene Gebäude auf den Grund gehen will. Ablehnung begegnet ihm, seltsame Träume suchen ihn heim, Visionen von schrecklichen Ereignissen verfolgen den Jungen, machen das Rätsel um das alte Gemäuer immer undurchsichtiger.

Doch dann begegnet er Nova und es fühlt sich an, als würde er sie schon seit Ewigkeiten kennen. Ein Mädchen, das eine ganz besondere Verbindung zum Haus zu haben scheint, denn ihr ist er schon einmal begegnet...

Wenn Ihr diese Geschichte lesen wollt, sucht euch einen stillen Ort, zieht euch zurück und lasst alle Hintergrundgeräusche weit weg gesperrt, denn dieses Buch braucht eure volle Aufmerksamkeit, um die einzigartige Atmosphäre verströmen zu können.
Laue Herbsttage, kalte Winterabende sind der perfekte Grundstein für Adrian's und Nova's außergewöhnliche Exkursion ins Herz von Heathcote Manor.

Alles beginnt mit Adrian, kurz nach dem Einzug im neuen Zuhause. Erstmal schwierig zu verarbeiten, dass da plötzlich der Roshi, Gino/Jeannie und der üble Joker auf der Bildfläche erscheinen, die nur er sehen kann und auf den ersten Zeilen für Verwirrung sorgen, weil viele komische Eindrücke aufeinmal einströmen.

Wurden diese Gegebenheiten aber erstmal verinnerlicht und seine penetranten Begleiter liebgewonnen, gar nicht anders möglich, beginnt sich das mysteriöse Rätselkonstrukt aufzubauen. Adrian weiß eigentlich von Anfang an, dass mit dem Anwesen etwas nicht stimmt, kann es aber nicht einordnen, weil er ja so einiges sieht was nicht da sein sollte.


"Aus den Wänden des Hauses sickerte Schwärze, wie Teer, wie flüssige Schatten. Bosheit. Uralte, giftige Bösartigkeit." Seite 113

Und dann begegnet er bei seinen Ermittlungen, der zierlichen und in sich gekehrten Nova, die der Schlüssel zu seinen Fragen sein könnte. Ganz so ist es dann aber nicht, denn auch sie befindet sich auf einem Weg, gepflastert mit Fragezeichen, einer traurigen Vergangenheit und gibt ihre Wahrnehmungen in eigenen Abschnitten preis. Hinzu kommen Tagebucheinträge, die mehr und mehr die schrecklichen Ereignisse preisgeben.

Unheimlich, gruselig und detailliert beschreibt die Autorin die Begegnungen zwischen den einzelnen Figuren, gibt immer kleine Lösungsfetzen an den Leser, die aber bis zum Ende nicht vollständig aufgeklärt werden können, während sich zwischen den beiden Hauptfiguren eine ganz besondere Beziehung entwickelt, die weiter reicht, als es einem in den Sinn kommen könnte und im Finale mit seiner Einzigartigkeit für eine erfrischende Auflösung sorgt.



Das Haus am Abgrund ist eine wundervolle und ungewöhnliche Mysterygeschichte, bei der selbst ich oftmals vergaß, was Schein und Wirklichkeit ist. Traurig, schaurig, schön habe ich das Rätsel um Heathcote Manor, Adrian und Nova begeistert verfolgt und im Nachhinein noch lange darüber nachgedacht. Bei dieser Geschichte verzeihe ich gerne kleineren Logikfehlern und gebe eine Leseempfehlung.
Mein erstes Buch von Susanne Gerdom, aber ganz bestimmt nicht das Letzte.

Schreibstil: 5/5
Idee: 5/5
Umsetzung: 4/5
Charakter Beschreibungen: 5/5
Location/Hintergründe: 4/5
Handlungsverlauf/Spannungsbogen: 4/5

Gesamtbewertung:
4 1/2 von 5


Susanne Gerdom
Über die Autorin:

Susanne Gerdom lebt und arbeitet als freie Autorin und Schreibcoach mit ihrer Familie und vier Katzen am Niederrhein. Sie schreibt seit mehr als einem Jahrzehnt Fantasy und Romane für Jugendliche und Erwachsene.


Kommentare:

  1. Guten Morgen!

    Ohhh, das hört sich ja wieder mal ganz toll an! Ich kenne von der Autorin leider bisher nur "Queen of Clouds", das mir super gut gefallen hat! Und du erinnerst mich wieder daran, dass ich endlich noch was anderes von ihr ausprobieren möchte! :)
    Das Buch kommt gleich mal auf die Wunschliste! ^^

    Liebste Grüße, Aleshanee

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  2. Hallo Katie,

    das Buch ist noch auf meiner Wunschliste. Sein Klappentext hatte mich damals angesprochen. Ich wusste gar nicht, dass das eine Liebesgeschichte ist... o_O. Mh, vielleicht sollte ich es mir dann noch einmal überlegen - Liebesgeschichten sind ja nicht so meins...

    Liebe Grüße
    Steffi

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    1. Nein, keine Angst . Es ist nur unterschwellig eine Liebesgeschichte. Nicht mit dem ganzen Drum und Dran. Darf ja leider nicht zuviel verraten! ;-)

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    2. Ich habe das jetzt mal im Fazit geändert, damit die Haupthematik im Vordergrund bleibt. =)

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    3. Puh, da bin ich ja beruhigt, dass es nur unterschwellig ist. Ich glaube, das kann ich verkraften. Hihi *g* ;-)

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