14 September 2016

{Rezension} Zweilicht von Nina Blazon

Zweilicht
Nina Blazon
Fantasy, Endzeit, Einzelband
Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: cbt (29. August 2011)
ISBN: 978-3570161173
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre









Erst stiehlt sie sein Herz, dann seine Welt ...

Der 17-jährige Jay ist in der Stadt seiner Träume angelangt – ein Jahr wird er als Austauschschüler in New York, der Heimat seines verstorbenen Vaters, verbringen. Gleich zu Beginn verliebt er sich in die geheimnisvolle Madison mit den Indianeraugen. Doch was er keinem zu erzählen wagt: Hin und wieder taucht ein anderes Mädchen auf, das außer ihm niemand zu sehen scheint. Sie nennt sich Ivy und er kann nicht aufhören, an sie zu denken. Bis sie ihn schließlich in eine verwunschene Welt entführt, die seit Jahrhunderten kein lebender Mensch betreten hat. Als auch im New York der Gegenwart die Geister und Dämonen erwachen, beginnt für Jay ein Kampf auf Leben und Tod. Der Dämon mit dem Herzen aus Eis ist ihm auf der Spur und giert nach menschlichen Seelen. Und Jay muss sich entscheiden – zwischen zwei Mädchen, zwei Leben, zwei Wirklichkeiten …





Gerade erst zugezogen lernt man Jay in seinem neuen Zuhause kennen, wo die Gastfreundlichkeit zu wünschen übrig lässt. Während er sich noch an den neuen Schulzyklus gewöhnen muss, schiebt Jay seine unnatürliche Schläfrigkeit und die Zeitsprünge auf den Jetlag. In der Schule lernt er dann die geheimnisvolle Madison kennen und ist sofort Feuer und Flamme für das unnahbare Mädchen.

Die Annäherung zwischen den beiden Figuren nimmt den Großteil der ersten Hälfte des Buches ein, später begegnet ihm die außergewöhnliche Ivy, die anscheinend nur er sieht. Diese Begegnungen bleiben Jay´s Geheimnis, aber er beginnt an seinem Verstand zu zweifeln und die Thematik fokussiert sich zunehmend auf die übertriebenen Eifersüchteleien und den Kontrollzwang, die von Maddie ausgehen. Als würde sie etwas ahnen...




Zweilicht hat mich durch sein bezauberndes Cover, wie auch die Inhaltsangabe angesprochen. Begeistert von Nina Blazon's letztem Werk "Totenbraut", wollte ich mich deshalb nun mit Jay's Geschichte befassen.

Der leicht verständliche Schreibstil gestaltet den Einstieg einfach, sticht aber nicht aus der breiten Masse hervor.

Was zunächst viel versprach, verirrt sich in Beziehungsdramen zwischen den drei Figuren, von denen eigentlich nur Jay tiefer blicken lässt, während die anderen Charaktere blass daneben stehen. Einzig Ivy wird im weiteren Verlauf etwas facettenreicher.
Auch die eingebauten Sichtwechsel helfen nicht über den schleppenden Fortgang hinweg. Was spannende Ansätze bergen soll, wirkt eher ungeordnet und verwirrt mehr, als die Neugier anzuregen.

Ab der Mitte kommt dann der große Knall, mit dem nicht zu rechnen war. Die Wende erklärt viele vorherige Vorkommnisse, aber halt nicht alle. Der Klappentext ist in dieser Hinsicht etwas irreführend und man landet plötzlich in einer endzeitlichen Szenerie, die mich positiv überraschen konnte.

Ab diesem Moment rauschte die Handlung auch temporeich voran. Fast schon zu schnell überschlugen sich Ereignisse und warfen mehr Fragen auf, als am Ende beantwortet wurden. Gerade die Hintergründe zur neu erschlossenen Welt und die Entstehung des Dämons, der eine große Rolle im ganzen Geschehen einnimmt, waren so unausgegoren, dass das Gefühl aufkam, man solle sich selbst einen Reim darauf machen.

Im Endeffekt wertete die zweite Hälfte das Gesamtbild aber auf, auch wenn das nicht über die misslungene Gesamtumsetzung hinwegtäuscht. Hier wurde die erstaunliche Kreativität, die die Autorin verströmt, nicht befriedigend ausgearbeitet. Sie kann es besser!


Zweilicht von Nina Blazon birgt eine ungewöhnliche und einfallsreiche Idee, die erst sehr spät offenbart wurde. Weniger Beziehungsdramen und eine detailreichere Ausarbeitung der kreativen Wendung hätten das Konzept vielleicht sogar aufgehen lassen. So hinterließ dieser Endzeit Fantasy Roman mehr Fragen, als bleibende Eindrücke und war eher eine Enttäuschung, als ein Genuss.

Schreibstil: 3/5
Idee/Handlung: 3/5
Charaktere: 2/5
Hintergründe/Ausarbeitung: 2/5
Spannung/Tempo: 2/5

Gesamtumsetzung 

 2 (2,4) von 5 




Kommentare:

  1. Huhu :-)
    Nina Blazon ist ja eine meiner Lieblingsautorinnen, doch "Zweilicht" habe ich bisher noch nicht gelesen. Schade, dass es dir nicht gefallen hat. Irgendwann möchte ich es auch noch lesen, aber erst, möchte ich mal die Must-Reads von meinem SuB befreien ;-)
    lg Favola

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  2. Hey,

    eine schöne Rezension, auch wenn ich mir jetzt wirklich Sorgen mache^^ Ich will das Buch ja demnächst lesen und du kritisierst Dinge, die mich auch stören könnten... mal schauen, wie ich es finden werde.

    Liebe Grüße,
    Kerstin

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