16 April 2014

[Rezi] Apokalypse Z~Manel Loureiro

MANEL LOUREIRO
Apokalypse Z
Post Apokalypse, Zombies
Originaltitel: Apocalipsis Z: El Principio del Fin
Originalverlag: DEBOLS!LLO
Aus dem Spanischen von Sybille Martin
Paperback, Klappenbroschur
480 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-453-31552-5

€ 14,99 [D] | € 15,50 [A] |
CHF 21,90* (* empf. VK-Preis)

Verlag: Heyne
Erschienen: 14. April 2014


Zum Inhalt:
Eine Reihe mysteriöser Krankheitsfälle in Russland ist den internationalen Nachrichtenagenturen nicht mehr als eine Randnotiz wert – bis sich herausstellt, dass der Erreger ein hochansteckendes Virus ist, das innerhalb kürzester Zeit jeden, der sich infiziert, in ein blutrünstiges Monster verwandelt. In der Folge kollabieren Regierungen, Chaos bricht aus, und bald kämpft jeder nur noch für sich selbst. Einer der Überlebenden ist ein junger Anwalt, der beginnt, das Ende der Welt zu dokumentieren. Dies sind seine Aufzeichnungen ...
Meine Meinung
Ich habe dieses Buch verschlungen. Das heißt aber nicht unbedingt, dass es perfekt ist, sondern einfach nur unheimlich spannend, fesselnd und realitäts- und zeitnah niedergeschrieben wurde.
Es hat mir gefallen, dass der Autor diese Apokalypse aus der Sicht eines anonymen jungen Anwalts darstellt und dabei nicht mittendrin einsteigt, sondern aus seiner Perspektive, als Zivilist, beschreibt wie es mit einer kleinen und in unserer Welt recht unbedeutsamen Meldung in den Nachrichten beginnt. 

In Zeiten von Unruhen achtet man kaum noch darauf, wenn ein paar Rebellen in Russland einen Anschlag auf ein Gebäude verüben. Man hört es, nimmt es zur Kenntnis, denkt sich vielleicht noch seinen Teil dazu und damit hat es sich.

Aber genau mit diesem Ereignis beginnt die Katastrophe in diesem "Bericht" und der Verfasser schreibt die Dinge/seine Gedanken eigentlich nur auf, weil seine Frau vor zwei Jahren bei einem Unfall ums Leben gekommen ist und es ihm, auf Anraten seines Psychologen, als zusätzliche Therapie helfen soll. 

Daraus entsteht ein überwiegend glaubhaftes Endzeit Szenario, welches den Ausbruch des Virus´, die Verbreitung, bis hin zum Totalausfall der ganzen Weltordnung in Worte umsetzt und auch immer wieder zeigt wie abhängig die verschiedenen Länder voneinander sind und den Domino Effekt, wenn das erste Land zusammenbricht. In diesem Fall als erstes Russland.

Dabei konnte mich vor Allem die realistische Beleuchtung auf die ganze Welt beeindrucken. Denn der Autor beschreibt sehr zeitnah wie eine Kanzlerin Merkel, ein Obama und die ganze Weltpolitik darauf reagieren könnten,während sich das Virus in aller Welt ausbreitet.

>>Bewaffnete Truppen marschieren durch New York, Chicago, Boston und so weiter. Die Amis spinnen doch. Was wollen sie damit erreichen? Das Virus erschrecken?" << S. 33

Am Anfang dieser Post Apokalypse passte einfach Alles.
Ein authentischer Haupt Protagonist, der langsam aber sicher feststellt, dass die Welt immer weiter aus dem Ruder läuft.
Sein Befinden das Achterbahn fährt und immer wieder die beklemmende und aussichtslose Lage widerspiegelt.
Und der sich zunächst verkriecht, in Alkohol flüchtet, um mit der Zeit an den Erkenntnissen zu wachsen und sich letztendlich für ein Überleben entscheidet und anpasst, ohne die Hoffnung zu verlieren.
Natürlich ist der junge Anwalt ein Ausnahme Charakter mit vielen Schwächen aber auch Stärken und Glück, denn die Mehrheit der Weltbevölkerung geht an ihrer eigenen Furcht, Unwissenheit und Panik zu Grunde.

So kämpft er sich von einem Fluchtpunkt zum Nächsten und bekommt, wie auch der Leser, nach und nach einen schockierenden Einblick auf´s Ausmaß dieser Katastrophe, nachdem alltägliche Dinge wie Internet, TV und Radio längst nicht mehr existent sind. Als der Widerstand gebrochen ist vermehren sich die Monster nämlich wie Ameisen und was bleibt ist die Hoffnung zu überleben und nach einer sicheren Zuflucht zu suchen.

Auch trifft er auf Überlebende, die gelungen darstellen, dass der größte Feind des Menschen(neben der gegenwärtigen Zustände), auch in dieser Apokalypse, immer noch der Mensch ist und das unausweichliche Ende noch vorantreibt. Ein Selbstläufer sozusagen.

>>Ich glaube, es war Roosevelt, der gesagt hat: Das Einzige, was wir zu fürchten haben, ist die Furcht. << S. 188 

Während mich das bildlich gut umgesetzte Szenario, die grausam, brutalen Beschreibungen und der Haupt Charakter fesseln konnten und es auch an nachvollziehbaren Erklärungen (soweit das aus dieser Perspektive möglich ist) nicht mangelt war ich bei der Umsetzung immer wieder zwiegespalten.

Anfangs noch auf seinem Blog niedergeschrieben, später als Tagebuch, wurden ab der Hälfte des Buches die Einträge zeitweise doch sehr unglaubwürdig. Auch durch den nicht so recht dazu passenden Abschluss.
Es gab immer wieder zu lange Passagen mit vielen Details in heiklen Situationen, die die Glaubwürdigkeit eines Tagebuchs zunehmend schmälerten und die Erzählform aus einer anderen Sicht vorteilhafter gestaltet hätten. Das heißt allerdings nicht, dass die Story dadurch kippt, sondern ist lediglich eine verschmerzbare Feststellung, die im Verlauf zu Tage kommt.
Der laienhafte Schreibstil hingegen wirkt sehr realistisch.

Auch die Idee ist nicht neu, aber das wusste ich als Leser schon von Vornherein, weil der Klappentext verrät, dass dieses Buch ähnlich wie andere Geschichten dieses Genres aufgebaut ist. Interessant bei solchen Szenarien ist der Aufbau und aus meiner Sicht hat Manel Loureiro mit diesem Debüt einen Roman geschaffen, der sich hinter anderen seiner Art nicht verstecken muss und gegenüber seinen älteren Brüdern stellenweise sogar mehr Tiefe beinhaltet.

Zur Gestaltung bleibt mir nicht viel zu sagen, denn eine bestimmte Szene im Buch hat sich in meinem Kopf genau so verbildlicht. Perfekt passend,und düster wie der gesamte Inhalt, die genauso viel Unheil darstellt, wie am Ende auch auf den Leser zukommt (und noch mehr...!). Dazu kommt eine stabile Verarbeitung, die keine Wünsche offen lässt.

Dieses Buch wird wohl ein Einzelband bleiben, über den sich jeder Leser, nach dem Ende, weiter Gedanken machen kann! ;-)


Fazit:

Pro: Glaubhafte Entwicklung, authentische Hauptfigur mit Ecken und Kanten, spannender Verlauf
Kontra:  kein überraschendes Ende, Art der Einträge wirkt zeitweise unrealistisch

"Apokalypse Z" von Manel Loureiro ist zwar kein neuer Meilenstein dieses Genres, kann sich aber ohne Probleme in die Riege anderer bekannter und gelungener Bände aus dieser Richtung einreihen.
Mich konnte vor Allem die glaubhafte Entwicklung der Hauptfigur und die des Endzeit Szenarios von diesem düsteren Werk überzeugen.
Während, seit geraumer Zeit, viele dieser Romane aus dem Boden schießen und man die Spreu vom "ernst zu nehmenden" Weizen trennen muss, gehört diese Geschichte ganz klar zur zweiten Sorte!

Dieses Debüt ist nicht ganz perfekt, aber ich finde es lesens- und empfehlenswert für jeden Apokalypse/Zombie Fan und die, die es werden wollen!


Bewertung:
Idee: 3/5
Charakterdarstellung: 5/5
Schreibstil: 4/5
Aufbau 5/5
Umsetzung: 4/5
Spannung: 4/5

Gesamtbewertung

4 von 5





©Katies fantastisch dystopische Bücherwelt
Manel Loureiro
© Paulo Otero


Ähnlich wie:
-Tagebuch der Apokalypse Trilogie
-Operation Zombie


Über den Autor:
Manel Loureiro wurde 1975 in Pontevedra, Spanien, geboren. Er studierte zunächst Jura an der Universität von Santiago de Compostela, bevor er als Moderator verschiedener TV-Sendungen bekannt wurde. Seinen ersten Roman Apokalypse Z veröffentlichte er zunächst auf seinem Internetblog, wo er sich schnell zum Kultphänomen entwickelte. Der Autor lebt und arbeitet in Pontevedra.

Mein herzliches Dankeschön für dieses Rezensionsexemplar geht an den Verlag:
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Kommentare:

  1. Auf die Rezi hab ich schon gewartet :) Hast du sehr gut beschrieben, das ist auf jeden Fall ein Buch, das ich mal ausprobieren möchte! Ich hab ja in der Art noch kaum was gelesen, dadurch ist es für mich doch ziemlich neu und spannend!

    Liebste Grüße, Aleshanee

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  2. Hey =)
    Wirklich sehr beeindruckende Rezension! Ob das Buch was für mich ist, da muss ich wohl noch eine Nacht drüber schlafen ^^. Das Zitat von S. 33 ist echt spitze!

    LG
    Anja

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  3. Eine fantastische Rezension und auch die erste die ich endeckt habe ;)
    Das Buch steht schon länger auf meiner Wunschliste aber gestern, oder vorgestern (?) ist es endlich raus gekommen *--*

    Liebe Grüße, Jasi <3

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  4. Erst mal danke für dein liebes Kommentar und dann ein großes Lob an deine Rezension! Sie gefällt mir wirklch sehr fut und das Buch hast du mir nochmals schmackhafter gemacht. Liebst, Emme ♥

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  5. Hört sich ja wirklich super an! Das Buch wandert dann mit auf meine Wunschliste:) Schöne Rezi!

    LG und schöne Ostertage,
    Claudia

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